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Internationalen Medienberichten zufolge demonstrierten dies Wochende (22./23.9.07) um die 20.000 Menschen, davon die Hälfte Mönchen in Birma. Auslösend dafür waren Preisanhebungen im Energiesektor sowie die Freilassung politischer Gefangene. Am Wochenende zuvor schafften Demonstranten es bis zur unter Arrest stehenden Aung San Suu Kyi durchzukommen.
Aung San Suu Kyi
Aung San Suu Kyi (birmanisch ) (* 19. Juni 1945 in Rangun (Myanmar)) ist Politikerin und setzt sich seit den späten 1980ern für eine gewaltlose Demokratisierung ihres Heimatlandes Myanmar ein. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis.
Leben
Aung San Suu Kyi ist die Tochter von Aung San, Kommandeur der Burma Independence Army (BIA) und Präsident der Anti-Fascist People's Freedom League
(AFPFL) sowie Vorkämpfer für die Unabhängigkeit des damaligen Birma von
Großbritannien, und Ma Khin Kyi. 1947 wurde ihr Vater während einer
Kabinettssitzung ermordet. Daw Khin Kyi, „Daw“ ist die ehrenvolle Anrede einer Frau in der birmanischen Sprache, wurde eine bekannte Figur des politischen Lebens in Birma, wo sie vor allem in der Sozialpolitik tätig war.
Ab 1960 vertrat Daw Khin Kyi das Land als Botschafterin in Indien, wo Suu Kyi aufwuchs. Nach dem Highschool-Abschluss in Neu-Delhi ging sie nach England und studierte an der Universität Oxford. Dort schloss sie ihr Studium 1967 mit dem B.A. in Philosophie, Politik und Wirtschaft ab. Von 1969 bis 1971 arbeitete sie im UN-Sekretariat in New York (Verwaltungs- und Finanzabteilung), in ihrer Freizeit war sie ehrenamtlich in einem Krankenhaus tätig.
1972 heiratete sie den Briten Michael Aris, mit dem sie zwei Söhne
hat. 1974 zogen sie nach Oxford, wo Michael Aris eine Anstellung an der
Universität inne hatte. Suu Kyi begann zu schreiben und recherchierte
bezüglich des Lebens ihres Vaters, über den sie 1984 ein Buch
veröffentlichte. Von 1985 bis 1986 bezog sie ein Stipendium in Kyoto, Japan,
und recherchierte weiter über den Aufenthalt ihres Vaters in demselben
Land. In der Folge entstanden zudem weitere Veröffentlichungen über
Birma. 1988 kehrte sie wegen einer Krankheit ihrer Mutter in ihre
Heimat Birma zurück. Dadurch erlebte sie den Sturz des Militärdiktators
Ne Win und die folgenden blutigen Aufstände mit.
Am 26. August desselben Jahres hielt sie ihre erste Rede, in der sie
sich für eine „demokratische Entwicklung in Birma“ einsetzte. Drei
Wochen später folgte die nächste Militärregierung, die jegliche
demokratischen Bestrebungen verbot. Am 27. September wurde die National League for Democracy (NLD) mit Suu Kyi als Parteivorsitzender gegründet. Die politischen Ziele waren eine Absage an die Gewalt und ziviler Ungehorsam.
Trotz aller Drohungen und Gewalt gegen ihre Anhänger setzte sie ihren
Wahlkampf fort. Ihre Aufstellung zu den Wahlen wurde im Februar 1989
verboten und sie selbst ab 20. Juli zum ersten Mal unter Hausarrest
gestellt. Studenten, die bei ihr waren, wurden verhaftet, worauf sie
solange in einen Hungerstreik ging, bis ihr deren gute Behandlung
zugesichert wurde. 1990 gewann ihre Partei die Wahlen, das Ergebnis
wurde aber von den Militärs nicht anerkannt.
1991 erhielt sie für ihren Einsatz für die Demokratie in ihrem Land
den Friedensnobelpreis. Ihre Söhne nahmen ihn in ihrem Namen an, da sie
befürchtete, dass ihr die Wiedereinreise nach Myanmar verweigert würde,
falls sie selbst zur Preisverleihung reiste. Erst am 10. Juli 1995,
nach rund sechs Jahren, wurde ihr Hausarrest aufgehoben.
Ihr Bewegungsspielraum blieb für mindestens weitere vier Jahre sehr
eingeschränkt und man war immer wieder besorgt um ihr Überleben - trotz
oder gerade wegen ihrer Popularität im Lande. Andererseits wurde es Journalisten
und UN-Mitgliedern mehrfach erlaubt, sie zu besuchen, nicht so
allerdings ihrem Mann, der sie von 1995 bis zu seinem frühen Tode 1999
nicht mehr wiedersah.
Am 31. Mai 2003 nahm die Militärführung Aung San Suu Kyi nach einem
der Regierung zugeschriebenen Überfall auf ihre Wagenkolonne in
Zentralbirma erneut fest. Nachdem sie eine Zeit lang im Gefängnis war
und operiert wurde, steht sie seither erneut unter Hausarrest in Rangun.
Am 24. Oktober 2005 dauerte ihr Hausarrest insgesamt 10 Jahre an:
1989-1995, 2000-2002 und Mai 2003 bis einschließlich des 24. Oktober
2005. Am 28. November 2005 wurde ihr Hausarrest offiziell um ein
weiteres Jahr verlängert.
Am 20. Mai 2006 kam es zu einem Treffen zwischen Suu Kyi und einem
Gesandten der Vereinten Nationen in Rangun. Es war ihr erstes Treffen
mit einem ausländischen Vertreter seit über drei Jahren und fand im
Rahmen einer neuen diplomatischen UN-Mission statt, in der über die
Achtung der Menschenrechte und die Wiedereinführung der Demokratie mit
der birmanischen Regierung gesprochen wurde.
Am 27. Mai 2006 wurde der Hausarrest von Aung San Suu Kyi erneut um ein Jahr verlängert.
Am 25. Mai 2007 wurde der Hausarrest von Aung San Suu Kyi wieder um
ein Jahr verlängert. Die EU und die USA legten scharfen Protest ein.
Literatur
- Aung San Suu Kyi: Der Weg zur Freiheit, Lübbe, ISBN 378570884X
- Aung San Suu Kyi: Letters from Burma, Pinguin Books, London 1997, ISBN 0140264035 (Original: Biruma Kara no tegami, Mainichi Shinbunsha, 1996)
- Dorothee Wenner: Nicht Macht korrumpiert den Menschen, sondern die Angst in Charlotte Kerner (Hrsg): Madame Curie und ihre Schwestern - Frauen, die den Nobelpreis bekamen, Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1997, ISBN 3-407-80845-3
Weblinks
Tiefergehend:
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